Alles Wissenswerte rund um die Bildungskarenz

Täglich geben wir unser bestes im Job und dennoch haben wir irgendwann einfach mal das Gefühl, dass es da doch durchaus noch mehr Möglichkeiten geben muss. Im Job selbst ergeben sich häufig keinerlei Chancen, die beruflichen Qualifikationen zu verbessern. Intensiver Wissensaufbau und eine umfangreiche Weiterbildung lässt sich oft nur schwer mit der Vollzeitstelle vereinbaren. Hier ist die Inanspruchnahme auf Bildungskarenz eine ideale Möglichkeit.

So funktioniert die Bildungskarenz

Seit dem Jahr 1998 besteht ein Recht auf Bildungskarenz. Diese kann von jedem Arbeitnehmer in Anspruch genommen werden, der länger als 6 Monate ohne Unterbrechung bei seinem aktuellen Arbeitgeber beschäftigt ist. Selbstständige, freie Dienstnehmer und Beamte sind von dieser Regelung ausgeschlossen. Für Saisonarbeiter gelten hingegen bestimmte Sonderregeln. So bekommt der Beschäftigte in der Zeit seinen Bezug vom AMS, weshalb auch Anwartschaftsvoraussetzungen zum AMS-Bezug unbedingt zu erfüllen sind.

Selbstverständlich muss der Arbeitgeber darüber informiert werden, dass der Arbeitnehmer auf Bildungskarenz geht und auch dessen Zustimmung ist für die Bildung erforderlich. Dies liegt alleine dem langen Zeitraum zu Grunde, die eine Bildungskarenz dauern kann. Der Arbeitnehmer kann sich eine Auszeit zwischen zwei Monaten bis hin zu einem kompletten Jahr nehmen und so muss der Betrieb natürlich in dieser Zeit auf die Arbeitskraft verzichten.

Am besten sollte die Bildungskarenz schriftlich vereinbart werden. Weil in diesen Zeiten für den Arbeitnehmer auch kein besonderer Kündigungsschutz besteht und dementsprechend auch jederzeit gekündigt werden kann, sollte nach Möglichkeit auch ein Kündigungsverzicht schriftlich vereinbart werden. Die Bildungskarenz kann auch in Blöcke verteilt konsumiert werden und zwar über einen Zeitraum von vier Jahren. Jede Einheit muss hier allerdings mindestens 2 Monate betragen.

Bildungskarenz: Die Bildungsmaßnahmen

Grundsätzlich kann jede Art von Weiterbildung absolviert werden, solange diese in Bezug zum beruflichen Fortkommens des Arbeitnehmers steht. Die Weiterbildung muss mindestens 20 Stunden wöchentlich betragen.

Eine gesonderte Regelung besteht bei Müttern mit Kinder unter sieben Jahren. Hier muss der Zeitbedarf mindestens 16 Wochenstunden betragen. Allerdings muss nachgewiesen werden, dass keine anderweitige Betreuungsmöglichkeit für das Kind gegeben ist.

Wie viel darf dazuverdient werden?

Arbeitnehmer in Bildungskarenz erhalten Weiterbildungsgeld mit einem Mindest-Tagessatz von 14,53 Euro. Es entspricht in der Berechnung und Höhe dem AMS-Bezug. Bis zur Geringfügigkeitsgrenze (374,02 Euro pro Monat) darf das Einkommen aufgebessert werden und der Zuverdienst ist auch beim ehemaligen Vollzeit-Arbeitgeber problemlos möglich. In Zeiten der Bildungskarenz besteht im Rahmen der gesetzlichen Sozialversicherung eine Kranken-, Unfall- und Pensionsversicherung. Wurde eine Bildungskarenz beendet besteht erst nach 5 Jahren wieder ein erneuter Anspruch für den Arbeitnehmer.

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